Ralph Dommermuth lehnt Telefónica-Deal ab: 1&1 setzt auf eigenes 5G-Netz
Berlin (awp) – Ralph Dommermuth, Gründer und CEO von United Internet, hat Spekulationen über einen Verkauf des 1&1-Mobilfunknetzes an Telefónica Deutschlands klar zurückgewiesen. „An den Gerüchten ist nichts dran, es gibt keinen Dialog mit Telefónica“, sagte der 62-jährige Unternehmer in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“. Sein Team kämpfe seit Jahren hart am „steinigen Weg“ des Netzausbaus – ein Verkauf mitten im Prozess sei keine Option.
Kein Deal mit Telefónica: Fokus auf Wachstum
Dommermuth betont, dass United Internet und 1&1 den Ausbau des vierten deutschen Mobilfunknetzes priorisieren. Neben Telekom, Vodafone und O2 soll bis Ende 2026 eine Abdeckung von 35 Prozent erreicht werden. Aktuell tobt ein Rechtsstreit mit der Bundesnetzagentur: Ende 2025 wurden Low-Band-Frequenzen nur den etablierten Betreibern verlängert, 1&1 blieb außen vor. „Wir geben nicht die Schlüssel ab“, unterstrich Dommermuth.
Finanzielle Perspektive: EBITDA-Ziel 2026 bei 800 Millionen Euro
Trotz Druck im Geschäftsjahr 2025 – Umsatz stieg, operatives Ergebnis sank durch hohe Access-Kosten – bleibt der Ausblick positiv. Für 2026 erwartet das Management ein EBITDA von rund 800 Millionen Euro bei stabilen Service-Umsätzen auf Vorjahresniveau. Analysten sehen darin eine Trendwende: „Dommermuth sieht den Ausbaupfad als finanzierbar“, heißt es bei goldesel.de. Operative Gewinne sollen jährlich um 100 Millionen Euro steigen.
Strategische Unabhängigkeit stärkt Aktie?
Die Absage macht United Internet weniger abhängig von Übernahmegerüchten. Dommermuth, der 42 Prozent der Anteile hält, positioniert 1&1 als unabhängigen Player. Frühere Ideen wie Kooperationen mit Deutsche Telekom (z. B. Glasfaser-Allianz) zeigen seinen Expansionsdrang. Anleger reagieren geteilt: Kurzfristig sinkt die Abhängigkeit von M&A-Fantasien, langfristig hängt Erfolg von Kostenreduktion und FCF ab.
5G-Party hat gerade erst begonnen
Dommermuths Entschlossenheit unterstreicht: Das „Party“ im 5G-Markt hat gerade erst begonnen, wie er kürzlich betonte. United Internet mit Marken wie 1&1, GMX und Web.de bleibt ein Schlüsselspieler im deutschen Telekommarkt.
