Siegfried Wolf erhebt Einspruch gegen WKStA-Anklage

wolf wehrt sich gegen wksta-anklage

Der österreichische Top-Manager Siegfried Wolf hat gegen die jüngste Anklage der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) Einspruch erhoben. In einem detaillierten 25-seitigen Dokument fordert er entweder die Zurückweisung der Anklage oder die endgültige Einstellung des Verfahrens. Hintergrund sind Vorwürfe der Bestechung und des Amtsmissbrauchs, durch die dem Staat ein finanzieller Schaden von 630.000 Euro entstanden sein soll.

gutachten unterstreicht entlastung

Ein entscheidender Punkt in Wolfs Verteidigung ist ein Gutachten des gerichtlich zertifizierten Sachverständigen Karl Hengstberger. Es zeigt auf, dass Wolf in den Jahren 2006 bis 2010 für seine Schweizer Einkünfte insgesamt 5,2 Millionen Euro zu viel Einkommenssteuer gezahlt hat. Wolfs Anwälte argumentieren, dass dies jeglichen vermuteten Vermögensschaden ausschließt, den die WKStA der Erleichterungen wegen vermutet. Die Ermittlungen der WKStA seien, laut Wolf, unvollständig geführt worden, unter anderem, weil das entlastende Gutachten ignoriert worden sei.

vorwürfe der einflussnahme

Die Anklage wirft Wolf vor, er habe versucht, Thomas Schmid, damaligen Generalsekretär im Finanzministerium, zu beeinflussen, um die Karriere einer bestimmten Leiterin zu fördern. Als Gegenleistung soll er Steuererleichterungen erhalten haben. Wolfs Verteidigung wiederum behauptet, dass die Anklage unbegründet ist und die WKStA unzulässigen Druck auf Finanzbeamte ausgeübt habe.

wolfs bewegte geschäftskarriere

Siegfried Wolf, ehemals CEO von Magna, hat als Investor und Unternehmer in der Vergangenheit mehrfach in den Schlagzeilen gestanden. Neben seiner Rolle bei der Magna ist er für seine Geschäfte in Russland und seine Beteiligung an der Eurofighter-Affäre bekannt. In jüngerer Zeit erregte er Aufmerksamkeit durch den Kauf des MAN-Steyr-Werks, wo er trotz staatlicher Förderungen mehrere Hundert Mitarbeiter entlassen hat.

steht ein justizskandal im raum?

Die Auseinandersetzung zwischen Wolf und der WKStA könnte weitreichende Folgen für die Justizlandschaft in Österreich haben. Das Gericht wird nun darüber entscheiden müssen, wie mit den Vorwürfen und dem vorliegenden Einspruch umzugehen ist. Bereits jetzt wächst die Kritik an der WKStA, was die Frage aufwirft, ob ein Justizskandal droht oder gar im Gange ist.