Rettung des Chemiewerks Domo in Leuna sichert Arbeitsplätze

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In einer erfreulichen Wendung für die Chemieindustrie hat das insolvente Werk Domo Caproleuna in Leuna eine neue Zukunft gesichert. Dank einer neu gegründeten Auffanggesellschaft, die aus dem Standortbetreiber InfraLeuna und dem Epoxidharz-Hersteller Leuna-Harze besteht, konnte die Übernahme der Anlagen erfolgreich abgeschlossen werden. Der Kaufvertrag wurde notariell am 31. März 2026 beurkundet, und der Betrieb ging offiziell zum 1. April über. Das Unternehmen wird als Leuna-Polyamid GmbH unter der Leitung von Martin Naundorf, dem bisherigen Vertriebsleiter bei InfraLeuna, operieren.

jobs gerettet in unsicherer wirtschaftslage

Von den ursprünglich rund 500 Beschäftigten konnten 436 Arbeitsplätze gerettet werden. “Das ist ein bedeutender Meilenstein für den Standort Leuna”, erklärte Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas Flöther. Ursächlich für die frühere Insolvenz der drei deutschen Domo-Tochtergesellschaften – Domo Caproleuna GmbH, Domo Chemicals GmbH und Domo Engineering Plastics in Premnitz – waren hohe Energiekosten, schwache Nachfrage und Importdruck aus China.

fortschrittliche produktion als ökologisches vorbild

Das Werk in Leuna stellt wichtige organische Basischemikalien wie Caprolactam, Phenol und Aceton sowie Polyamid 6 (auch bekannt als Nylon 6) her, das unter anderem in der Automobil-, Elektro- und Textilindustrie verwendet wird. Besonders hervorzuheben ist die umweltfreundliche Caprolactam-Produktion, die im Vergleich zu US-amerikanischen oder chinesischen Anlagen deutlich weniger Lachgas-Emissionen verursacht. Das benötigte Ammoniak wird von den Stickstoffwerken Piesteritz bezogen. Domo ist nun der einzige verbleibende Caprolactam-Produzent in Deutschland nach der Schließung von BASF in Ludwigshafen und Fibrant in den Niederlanden.

staatliche unterstützung sichert den fortbestand

Das Land Sachsen-Anhalt leistet Unterstützung in Höhe von 79,5 Millionen Euro zur Abdeckung der Notbetriebskosten, was rechnerisch 182.000 Euro pro Arbeitsplatz bedeutet. Während einige Kritiker diese Intervention als politisch motiviert betrachten, betonen Befürworter den Erhalt von technischem Know-how und den ökologischen Vorteilen der fortgeführten Produktion. “Ohne diese Hilfe wäre das Werk im Januar stillgelegt worden”, erläuterte Dr. Christof Günther, Geschäftsführer von InfraLeuna.

ein atemzugder erleichterung für die chemieindustrie

Die positiven Entwicklungen am Standort Leuna haben der Chemieindustrie in einer wirtschaftlich herausfordernden Zeit neuen Schwung verliehen. Der Erhalt eines solch zentralen Produktionsstandortes trägt entscheidend zur Versorgungssicherheit für europäische Abnehmer bei und verspricht eine stabile Zukunft für viele Beschäftigte in der Region.