Thermoplan rettet Lippert Pressath vor Insolvenz

Ein neuer Anfang für Lippert Pressath

Die Geschichte von Lippert Pressath, einem traditionsreichen Maschinenbauer, nahm eine unerwartete Wende, als das Münchner Unternehmen Thermoplan einsprang, um das insolvente Unternehmen zu retten. Diese Rettungsaktion sicherte zahlreiche Arbeitsplätze und bewahrte den weltweit anerkannten Hersteller von Spezialmaschinen für die Keramikindustrie vor dem Untergang. Das überraschende Engagement von Thermoplan kam zu einem kritischen Zeitpunkt, als die Abwicklung des Unternehmens im April 2024 als unvermeidlich schien.

Die Rolle des neuen Investors

Thermoplan, unter der Leitung von Geschäftsführer Christian Nether, hat mit der Übernahme von Lippert Pressath eine strategische Entscheidung getroffen, die nicht nur die Arbeitsplätze sicherte, sondern auch sein Portfolio um die spezielle keramische Sparte erweiterte. Diese Integration brachte auch die Eröffnung eines dritten Standortes mit sich, ergänzt zu den bereits bestehenden Standorten in München und Paderborn. Dabei wurde der Fortbestand der Marke Lippert beibehalten, was letztendlich zu einer Stabilität in der eigenen Unternehmensstruktur von Thermoplan führte.

Praktische Maßnahmen zur Wiederbelebung

Einer der ersten Schritte in der Umsetzung der Rettungsmaßnahmen war die Umwandlung einer ehemaligen Physiotherapiepraxis in neue Büroräumlichkeiten. Dort begannen die ersten Konstrukteure bereits mit ihrer Arbeit, um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten. Die Belegschaft soll bis September auf rund 20 Mitarbeiter anwachsen, die größtenteils aus dem ursprünglichen Lippert-Personal bestehen. Diese Fachleute brachten ihre langjährige Erfahrung und ihr Fachwissen mit, was für die Stabilität der neuen Betriebseinheiten von entscheidender Bedeutung war.

Ein Blick auf die Insolvenzursachen

Der Niedergang von Lippert begann mit Schwierigkeiten im Jahr 2023, als der versuchte Einstieg des Branchenriesen Witron scheiterte. Dazu kamen Kurzarbeitsanträge und ein Baustopp eines neuen Firmenstandorts in Eschenbach. Diese Faktoren trugen erheblich zur Insolvenz bei, die schließlich am 22. Januar 2024 offiziell angemeldet wurde. Vor diesem Hintergrund wurde Geschäftsführer Hubert Schug von vielen Mitarbeitern für den Abwärtstrend verantwortlich gemacht.

Ein neuer Anstrich für eine traditionsreiche Marke

Die strategische Übernahme und der Neuanfang bei Lippert Pressath unterstreichen die Wichtigkeit der Anpassung und Flexibilität in der heutigen globalen Wirtschaft. Die Fähigkeit von Thermoplan, eine traditionsreiche Marke in ihr Geschäftsmodell zu integrieren, könnte als Beispiel für andere Unternehmen dienen, die in ähnlichen Krisenmomenten stehen. Dies zeigt, dass auch aus schwierigen Umständen eine neue, vielversprechende Zukunft entstehen kann.