die langjährige Tradition der wennberg großbuchbinderei endet
In Vaihingen an der Enz hat die traditionsreiche H. Wennberg Großbuchbinderei GmbH, ein Familienunternehmen in fünfter Generation, nach 165 Jahren Betrieb ihre Schließung bekannt gegeben. Am 1. Januar 2026 wurde das Insolvenzverfahren durch das Amtsgericht Heilbronn offiziell eröffnet, was das Ende dieses bedeutenden Unternehmens in der Druckbranche einleitet.
In früheren Jahren war die Großbuchbinderei insbesondere für die Bindung der weltweit bekannten Ikea-Kataloge bekannt. Diese Verbindung stoppte jedoch im Jahr 2020, was einen erheblichen Auftragseinbruch nach sich zog. Wie Martin Wennberg, ein Vertreter der Eigentümerfamilie betont, war das Ende dieser Partnerschaft zwar ein schwerer Schlag, aber nicht allein dafür verantwortlich. Vielmehr sind es die Digitalisierung und der zunehmende Wettbewerb aus Ländern mit niedrigeren Produktionskosten wie Polen und Tschechien, die dem Unternehmen schlussendlich den Boden unter den Füßen wegzogen.
betrieb eingestellt
Ende Oktober 2025 reichte das Unternehmen den Insolvenzantrag ein, und seit Mitte Dezember desselben Jahres wurde der Betrieb zunehmend heruntergefahren. Bis zum 13. Dezember fand noch eine reduzierte Produktion statt, während der eingeschränkte Betrieb bis Ende Februar 2026 aufrechterhalten wird. Das Aus für etwa 70 Mitarbeiter ist bereits angekündigt, wobei die Kündigungen für Ende Januar erwartet werden.
Der Insolvenzverwalter Jochen Sedlitz, der von der Kanzlei Grub Brugger bestellt wurde, gab bekannt, dass kein Investor für die Fortführung des Betriebs gefunden werden konnte. Dies spiegelt die generelle Krise in der Druckbranche wider, wo der Bedarf an Printprodukten kontinuierlich abnimmt und frühere Sanierungsbemühungen, wie etwa das Eigenverwaltungsverfahren von 2015, letztlich scheiterten.
was die zukunft für die region bringt
Mit der Schließung der Wennberg Großbuchbinderei verliert die Region Vaihingen an der Enz nicht nur einen wichtigen Arbeitgeber, sondern auch ein Stück Industriegeschichte. Trotz Herausforderungen bleibt die nachhaltige Entwicklung der Region ein Anliegen, und lokale Politiker fordern nun verstärkte Unterstützung für die betroffenen Arbeitnehmer. Während Maschinen und Anlagen versteigert werden, bleibt die Frage, wie sich die Region und ihre Wirtschaft künftig aufstellen.
Martin Wennberg äußerte sein Bedauern über den rasanten Wandel in der Branche durch die Digitalisierung und betonte, dass dies eine symbolische Zäsur für den gesamten Sektor darstellt. Die Schließung des Betriebs reflektiert einen größeren Strukturwandel, der die gesamte Buchbinderei- und Druckindustrie herausfordert, neue Wege zu finden, um im digitalen Zeitalter zu überleben.
