pistolen-pionier gaston glock ist im alter von 94 jahren gestorben
Deutsch-Wagram, 28. Dezember 2023 – Der österreichische Unternehmer und Erfinder der weltberühmten Glock-Pistole, Gaston Glock, ist am Mittwochabend im Alter von 94 Jahren verstorben. Dies teilte das nach ihm benannte Unternehmen auf seiner Website mit. Glock, geboren am 19. Juli 1929 in Wien, revolutionierte 1980 den Waffenmarkt mit der Glock 17 – einer leichten Polymerpistole, die das österreichische Bundesheer als neue Dienstwaffe auswählte.
von vorhangstangen zur feuerwaffen-revolution
Glock gründete 1963 in Deutsch-Wagram, Niederösterreich, zunächst ein Unternehmen für Kunststoff- und Metallprodukte wie Vorhangstangen und Militärmesser. Ohne vorherige Waffenerfahrung holte er 1980 Ingenieure von Heckler & Koch und entwickelte die „einfachste Pistole der Welt“ aus Kunststoff und Stahl. Heute beschäftigt Glock rund 2.500 Mitarbeiter weltweit, inklusive Werken in den USA. Der Umsatz lag 2022 bei knapp 830 Millionen Euro, mit 146 Millionen Euro Gewinn. Kunden umfassen Armeen von Frankreich und Großbritannien sowie das US-Polizeiwesen – etwa 80 Prozent der Ordnungshüter tragen Glock-Waffen.
hollywood und das plastikwaffen-vorurteil
In Hollywood-Filmen sind Glock-Pistolen Standard bei Helden und Schurken. Trotz Erfolgs kämpfte Glock gegen Vorurteile: Die „Plastikpistole“ galt anfangs als unzuverlässig und wurde medial als „Terroristenwaffe“ diffamiert. Privat blieb der diskrete Milliardär (Vermögen: ca. 1,5 Mrd. Euro) im Hintergrund. 1999 überlebte er ein Attentat in Luxemburg: Sein Ex-Finanzberater Charles Ewert beauftragte einen Killer mit einem Gummihammer, um Veruntreuungsvorwürfen zu entgehen.
ein unauslöschliches vermächtnis
Glocks Tod markiert das Ende einer Ära. Neben Pionieren wie John Browning und Samuel Colt hinterlässt er unauslöschliche Spuren in der Feuerwaffen-Geschichte. Das Unternehmen versprach, seinen Geist fortzuleben und weiterhin die Werte und Innovationen zu fördern, für die Glock stand.
